3. Platz für Deutschland beim FIM Frauen Trial der Nationen in Italien
Das italienische Darfo Boario Terme in der Lombardai war am Samstag den 19.09.2009 Austragunsstätte des diesjährigen FIM Frauen Trial der Nationen. Nach 2006 und 2007 konnte sich hier das Team aus Großbritanien zum drittenmal den Titel sichern.
Warme und trockene Bedingungen ließen auf einen spannenden und interessanten Wettbewerbstag hoffen. Ein Wettbewerbstag der für das spanische Team um Weltmeisterin Laia Sanz, Mireia Conde und Sandra Gomez ganz klar im Zeichen der Titelverteidigung stand. Das britische Trio bestehend aus Rebekah Cook, Joanne Coles und Emma Bristow trat ebenfalls mit Ambitionen auf den Titelgewinn an. Nach ihren Erfolgen aus den Jahren 2006 und 2007 galten sie hier in Italien ebenfalls als Titelfavoritinnen.
Insgesamt neun Teams gingen an diesem Tag an den Start, darunter auch das deutsche Team um Iris Krämer, Rosita Leotta (beide MSC Großheubach) und Ina Wilde (MSC Werl). Im letzten Jahr konnten die deutschen Damen sich über Platz zwei hinter Spanien und vor Großbritanien freuen. Im Jahr 2005 stand das deutsche Team letztmalig auf dem Treppchen ganz oben, etwas was man in diesem Jahr gerne wiederholt hätte, doch man war sich der Schwierigkeit dieser Aufgabe durchaus bewusst.
Der Weg zur begehrten Trophäe führte die Damen über zwei Runden mit jeweils 14 Sektionen. Eine von diesen vierzehn Sektionen sollte an diesem Tag die entscheidende sein.
Nach dem ersten Durchgang war vom reinen Ergebnis her zwischen Spanien und Großbritanien noch kein klarer Favorit auszumachen. Beide Teams verzeichneten am Ende von Runde eins fünf Strafpunkte auf ihren Konten. Schaute man allerdings auf die Ergebnisse in den einzelnen Sektionen, so lagen die Vorteile hier zu diesem Zeitpunkt bei den Damen aus Spanien. Denn diese fingen sich ihre Strafpunkte lediglich in einer Sektion, nämlich in Sektion zwölf ein. Das britische Trio hingegen verzeichnete drei Strafpunkte in Sektion sechs, einen in Sektion acht und den fünften in Sektion zwölf.
Nach zwei Strafpunkten in Sektion sechs war die Welt für das deutsche Team noch in Ordnung, doch dann kam die Sektion zwölf. Hier musste sich das Team satte acht Strafpunkte anschreiben lassen. In Sektion dreizehn kam dann noch einer hinzu so dass am Ende elf Punkte zu verzeichnen waren. Im Zwischenklassement nach Runde eins bedeutete dies Rang drei.
Dieses Ergebnis gab aber noch keinen Anlass um den Kampf um den Titel aufzugeben. Galt es doch in Runde zwei erneut vierzehn Sektionen zu bewältigen.
Wie schon in Runde eins, so war es auch in Runde zwei die ominöse Sektion zwölf an der an diesem Tag die Entscheidung fallen sollte. Die Britinnen fügten, nach einem Strafpunkt in Sektion sechs, hier drei weitere Punkte ihrem Konto hinzu. Weitere sollten im Verlauf dieser zweiten Runde jedoch nicht mehr folgen.
Die Damen aus Spanien hatten, wie bereits in Durchgang eins, erneut Schwierigkeiten mit Sektion zwölf. Waren sie bisher fehlerfrei geblieben, so mussten sie hier fünf Strafpunkte hinnehmen. Damit war klar, der Titel würde in diesem Jahr nach Großbritanien gehen.
Das deutsche Damentrio konnte sich zwar im Vergleich zu Runde ins um einen Punkt verbessern, doch am Ende standen zehn Strafpunkte auf dem Konto. Acht davon allein in Sektion zwölf eingehandelt.
Ein einziger Punkt machte also an diesem Tag den Unterschied und ließ den Traum der Spanier in diesem Jahr alle Titel zu gewinnen zerplatzen. Denn das Gesamtziel der Spanier, die in diesem Jahr den Weltmeister in der Herren- als auch der Damenabteilung stellen, war im Vorfeld auch auf den Titelgewinn in der Nationenwertung ausgelegt. Entschprechend enttäuscht zeigte sich die spanische Teamsprecherin Laia Sanz: „Wir sind schon ein wenig enttäuscht, sind wir doch hierhergekommen um zu gewinnen, demzufolge sind wir schon ein wenig traurig. Zwei Sektionen haben an diesem Tag über Sieg oder Niederlage entschieden. Am Ende können wir aber zufrieden darüber sein wie wir gefahren sind und wie wir als Team zusammengearbeitet haben. Wenn wir nicht in diesem Jahr siegen konnten, dann eben im nächsten.“
Anders hingegen die deutsche Teamsprecherin Iris Krämer: „Wir wussten das es schwierig werden würde Spanien oder Großbritanien zu besiegen, beide Teams fuhren einen wirklich starken Wettbewerb. Die Entscheidung bei uns fiel in beiden Runden jeweils in Sektion zwölf. In Runde eins haben wir uns bereits aus dem Titelkampf verabschiedet und mit dem Ergebnis aus Runde zwei haben wir uns weiter von der Spitze entfernt als uns lieb war.“
Die Britin Emma Bristow sagte zum Sieg ihres Teams: „Wir wussten das wir eine gute Chance haben würden. Als wir dann aber feststellten wie einfach manche Sektionen waren, wurde uns schnell klar das es eine enge Geschichte werden könnte. Wurde es dann ja auch. Am Anfang waren wir etwas nervös, doch das legte sich im Verlauf des Wettbewerbs. Es war ein richtig gutes Gefühl als ich aus der letzten Sektion kam und der Titelgewinn in trockenen Tüchern war, gerade weil ich in diesem Jahr erstmals dabei war.“
Am Sonntag folgte dann das Nationen Trial der Herren, auch hier galten die Spanier als Favorit auf den Titel.

Team Deutschland
Platz eins in der Inter-Wertung für Team Deutschland
Das Deutsche Team um Jan Junklewitz (Bielefeld), Timon Oster (MSC Großheubach), Jochen Schäfer (Schatthausen) und Carsten Stranghöner (Bielefeld) sicherte sich in Italien Platz eins in der Inter-Wertung.
Das Deutsche Team war eines von insgesamt fünfzehn die in dieser Wertung des Nationen Trial antraten. An einen Sieg dachte in Reihen der deutschen Manschaft zu Beginn dieses Wertbewerbs eigentlich niemand wirklich, obwohl sie mit zu den Favoriten für einen Platz auf dem Podium zählten. Für den Sieg hatte man eher das Team aus der tschechischen Republick auf der Liste, reiste dies doch als Titelverteidiger an. Ein Platz auf dem Podium war aber für die DMSB-Auswahl erklärtes Ziel und auch im Bereich des Möglichen.
Nachdem alle Teams die mit achtzehn Sektionen ausgestattete erste Runde absolviert hatten, sprach alles für den Titelverteidiger. Verzeichnete dieser doch mit zwanzig Strafpunkten die geringste Anzahl an Punkten auf dem Konto. Platz zwei im Zwischenklassement ging an das deutsche Quartett. Hier verzeichnete man 28 Strafpunkte. Mit nur einem Punkt mehr auf dem Konto folgte die Auswahl aus Norwegen auf Rang drei.
Eine enge Geschichte also.
Wie sich später herausstellte wusste zu diesem Zeitpunkt niemand im deutschen Team über die Platzierungen und Punktestände der anderen Manschaften und vielleicht war dies am Ende der entscheidende mentale Vorteil.
In Durchgang zwei konnten sich die Deutschen steigern. Am Ende der achtzehn Sektionen verzeichneten sie zwanzig Strafpunkte auf ihrem Konto. Mit dem Ergebnis aus Durchgang eins ergab dies in der Addition einen Gesamtpunktestand von 48 Zählern.
Im Gegensatz zum Team Deutschland konnte sich das Team aus der tschechischen Republik nicht verbessern. Im Gegenteil, hier verzeichnete man mit 28 Strafpunkten ganze acht mehr als in Durchgang eins. Wobei die achtzehnte und somit letzte Sektion den Ausschlag gab, hier musste man sich sieben Strafpunkte notieren lassen. In der Addition beider Durchgänge verzeichnete man aber auch hier 48 Punkte. Damit waren Team Deutschland und der Titelverteidiger punktgleich und die Entscheidung musste ein Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Sektionen bringen. Mit insgesamt 21 Null-Runden zu 18 auf Seiten des Kontrahenten hatten hier die Deutschen dann die Nase vorn und den Titel in der Tasche.
Teamsprecher Carsten Stranghöner, der auch 2001 Mitglied des letztmalig in dieser Wertung erfolgreichem deutschen Teams stand, zeigte sich vom Titelgewinn fast schon erschrocken: „Vom Ergebnis der ersten Runde hatten wir keine Ahnung, wir haben einfach unser Bestes gegeben. Gegen Ende der zweiten Runde erreichte uns dann die Nachricht das wir ziemlich dicht am Führenden dran seien. Nach drei Fehlern in Runde drei sahen wir unsere Chancen allerdings schon dahingehen, doch die letzte Sektion konnten wir mit Null Fehlern abschließen und das was wir dann auf der Anzeigetafel lesen durften, konnte wir kaum glauben.“
Platz drei mit insgesamt 66 Strafpunkten ging an die Auswahl aus Norwegen gefolgt von den Teams aus Finnland und Schweden.
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